Schulanfang

Bald beginnt das Semester wieder und ich fühle mich wie nach 6 Wochen Sommerferien. Obwohl ich niemals 6 Wochen Ferien hatte, aber das ist ein anderes Thema.

Nach den Sommerferien, nein, noch in den Sommerferien, nahm man sich viel vor. Man würde ab jetzt immer seine Hausaufgaben machen. Und das Hausaufgabenheft ordentlich führen. Man kaufte neue Sitfte. Man warf die alten aus dem Mäppchen und nahm sich vor, immer gespitze, neue, saubere Buntstifte in seinem Mäppchen zu haben. Nie würde man einen Stift verlieren. Auch nicht den Ockergelben, den man eh zu nichts gebrauchen konnte. Und das größte Vorhaben: Man würde für alle Klassenarbeiten lernen. Eine Woche vorher würde man anfangen, alle Vokabeln zu wiederholen. Denn lernen musste man sie nicht mehr, da man immer kontinuierlich nach jeder neuen Unit die Vokabeln in sein Vokabelheft geschrieben hatte und jeden Abend kurz wiederholt hatte. Und dann nahm man sich noch vor, nicht mehr so viel am Kiosk der Schule zu kaufen. Lieber etwas von Zuhause mitnehmen, das Mama vorbereitet hatte. So hätte man sich das Geld gespart und könnte am Ende der Woche etwas besseres als Bockwürstchen mit Brötchen kaufen. Vielleicht sogar in die Stadt fahren.

Und genau diese naive Zuversicht habe ich gerade bezüglich des neuen Semesters. Ich hab viele, ach so spannende Seminare gewählt. Jedes ist genau so spannend und interessant, dass ich mich darauf freiwillig vorbereiten werde. Gut, nachbereiten kann ich mir selbst in meinen kühnsten, naivsten und zuversichtlichsten Träumen nicht vorstellen. Aber ich werde mich immer gut vorbereiten. Die Literatur rechtzeitig kopieren und sowieso viel öfter mal die Bibliothek von innen sehen. Ich werde weniger in der Mensa essen und öfter frisch, gesund und lecker kochen. Und ich kaufe mir immer rechtzeitig einen neuen College-Block und muss nicht 2 Wochen lang bei meinen Sitznachbarn nach Blättern betteln, weil mir der Umweg über den unieigenen Schreibwarenhandel mal wieder 2 Minuten zu lang war.

Nein, nächstes Semester wird alles besser.

Genauso viel besser, wie damals das neue Schuljahr immer wurde. Nach eiener Woche und dem wohl schönsten, selbstgemalten Stundenplan war alles vorbei. Das Hausaufgabenheft wurde zweckentfremdet um Zettelchen im Unterricht zu schreiben. Von 10 neuen Stiften besaß ich nur noch 7, darunter nutzloses Ockergelb. Vokabeln lernte ich morgens im Bus, Hausaufgaben erledigte ich abends vor dem Fernseher. Und in der ersten großen Pause stand ich am Kiosk an um mir ein Salamibrötchen mit sauren Gurken zu kaufen.

Ja, nächstes Semester wird alles besser. Aber unimäßig bleibt alles gleich.

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