Eine Hymne auf Georg

Als wir damals in der Schule Woyzeck von Büchner lesen mussten, hatte ich ehrlich gesagt noch nicht sehr viel von Georg Büchner gehört. Klar, irgendein Literatur-Kautz, der seinen geistigen Müll in Reclam-Heftchen abladen musste. Wie immer.

Es kam dann irgendwann der Tag, an dem wir das Buch gelesen haben mussten und ich es mir kaufte. Ich erwartete von den nächsten 2 Stunden nichts als Quälerei. Wieder ein langweiliges Deutsch-LK-Buch wie die Buddenbrooks oder Werthers Leiden. Wieder keine Handlung, sondern 3368967228 Seiten philosophische Ergüsse. Wieder nur Geheule also. Mit dieser Einstellung legte ich mich auf die Couch im Wohnzimmer, ließ nebenher RTL laufen und begann zu lesen. Und wie ich laß. Schnell konzentrierte ich mich nicht mehr auf Mitten im Leben, sondern auf Woyzeck und seine Natur. Ihm kam die Natur, er aß Bohnen, er war verwirrt, er hatte ein uneheliches Kind, eine Freundin, die auf einen Major-Futzi stand und zum Schluss der See und das Messer.

Und dann der Hessische Landbote. Friede den Hütten, Krieg den Palästen. Daraus machten wir auf unserer Stufenfahrt „Friede dem Schütten, Krieg den Fruchtsäften“ und bekamen Besuch von der maltesischen Polizei. Und dann Leonce und Lena und das Königreich Pipi und Popo. Fäkalkomik at its best. Und Lenz natürlich. Dantons Tod. Alle seine Briefe.

Also, was ich damit sagen wollte. Büchner ist zu früh gestorben. Mir gehen die Bücher aus. Büchner, du bist zu früh gestorben. Bald habe ich alles von ihm gelesen und es wird keine Fortsetzung geben. Nicht mal eine Art“ Woyzeck II – Der Tragödie zweiter Teil“. Nada.

Wie wäre die Welt, wenn Büchner älter als 23 geworden wäre?! Alter Schwede. Man kann nur davon träumen.

Von Süßigkeiten und Öffnungszeiten

Ich kaufe Süßigkeiten nicht auf Vorrat. Also ich nehme es mir manchmal vor, aber klappt nicht. Süßigkeiten=Vorrat existiert in meiner Welt nicht. Ich esse immer alles sofort auf, auch wenn es eine Partybox Gummibärchen ist quasi. Alles wird sofort aufgegessen.

Und jetzt versetze man sich in meine Lage. Es ist Sonntag und ich habe den schlimmsten Drang, etwas süßes zu essen. Und ich habe nichts, wirklich nichts hier, was dem irgendwie gerecht werden kann. Ich kann, wenn ich mich denn aufraffen würde, nicht mal schnell in irgendeinen Laden gehen und etwas holen. Ich sitze hier wie auf Entzug und schreibe sogar Blogg-Einträge darüber.

In solchen Fällen war Schweden immer ein Traum. Egal zu welcher Tageszeit, egal an welchem Tag. Irgendwo fand sich doch ein Supermarkt, in dem an sich eine gute Wundertüte Süßigkeiten kaufen konnte. Ein Hoch auf unchristliche Arbeitszeiten!

Da lang!

Ich gucke einen WDR-Beitrag von meinem Dozenten, in dem gesagt wird, dass es etwas wie eine Rechts-Links-Schwäche gibt. Professor Matthias Schrappe sagt das, um genau zu sein. D A N K E, Herr Schrappe! Endlich bin nicht einfach nur DUM, sondern habe eine Rechts-Links-Schwäche. Endlich kann ich mich entschuldigen, wenn ich rechts meinte und links sagte. Endlich, endlich, endlich. Was  für eine Befreiung! Ich bin nicht die einzige auf dieser Welt, die seit der Fahrschule gemerkt hat, dass Rechts und Links nicht so gut laufen.

Und natürlich habe ich das gleich gegoogelt. Und Ankes Beitrag gefunden. Danke, Anke! Du sprichst mir aus der Seele.

http://www.wer-weiss-was.de/theme49/article1745835.html

Die Richtung zeigen ist eh viel praktischer!

Alle, die schon mal das „Vergnügen“ hatten, mit mir Auto zu fahren, sollten sich jetzt auch freuen.

Was macht eigentlich Baby Melancholie?

Das schönste ist, wenn man sich trotz seiner schon längst überschrittenen Volljährigkeit manchmal wie ein Schulkind fühlen darf. Und das ist einfacher als gedacht.

Man isst nicht in der Mensa, sondern nimmt sich ein Schulbrot mit. Das man dann in der großen Pause isst. Schön eingepackt in einer Brotdose, und man kann seinen Sitznachbarn Apfelstückchen anbieten. Geschälte natürlich. Und man geht nach der Uni nicht zum Bauch-Beine-Po, sondern man hat Sport. Dafür nimmt man seinen Turnbeutel schon mit in die Uni. Und wenn das Feeling ganz groß sein soll, vergisst man ihn auch mal obligatorisch im Klassenraum, nicht im Hörsaal. Und anschließend muss man nicht „noch was lesen“, sondern Hausaufgaben machen. Und sowieso: die nächste Klausurenphase heißt Klassenarbeitswoche. Und es wird geübt, nicht gelernt.

So einfach ist das. Alles eine Frage der Vokabeln.

Studentenpack

Es ist fast 10.00 Uhr und ich bin seit einer halben Stunde wach. „Schön, ausgeschlafen.“ Könnte man jetzt denken. Nein. Ich habe mir meinen Wecker auf 9.00 Uhr gestellt, in weiser Voraussicht, dass ich 3 * 10 Minuten snoozen werde. „Oh, gestern zu lange gefeiert?“ Nein, es ist Montag, ich gehe sonntags eher selten feiern. Ich war um 22.30 Uhr im Bett.

Also wirklich. Bitter. Bitter. Bitter. Ich muss mir meinen Wecker für Uhrzeiten stellen, bei denen andere schon zwei Stunden gearbeitet haben.

Ich bediene das Klischee des faulen Studenten.

Aber andererseits, ich hab auch erst um 14.00 Uhr Uni. Was soll der Ehrgeiz?