Nicht schon wieder!

Die Hochzeit von Mary und Frederik habe ich live im Fernsehen verfolgt. Die Hochzeit von Mette-Marit und Haakon auch. Ja, sogar die steife Hochzeit von Felipe und Letizia habe ich mir fünfundzwanzig Stunden lange live angetan. Und dann war die große, lange Dürre. Jahrelang keine königliche Hochzeit.

Ich habe gewartet und gehofft und gebetet und wieder gewartet und gewartet und noch mehr gehofft, dass Daniel seiner Victoria einen Heiratsantrag machte. Ich bin fast fest davon ausgegangen, dass ich eine königliche Hochzeit mal live, vor Ort, mit Schwedenfähnchen bewaffnet und allem drum und dran, miterleben würde. Ich hielt so viel von Daniel, dass ich dachte, er würde Victoria 2008 einen Heiratsantrag machen, sodass sie 2009 im Sommer heiraten könnten und ich meinen krönenden Abschluss für mein Post-Abi-Jahr erhalten würde. Nichts da. Daniel hat sich ein Jahr zu viel Zeit gelassen. Und ich musste bis 2010 warten. Und saß wieder im langweiligen Deutschland.

Aber wenigstens live verfolgen, das wollte ich. Wenigstens jede Minute vor dem Fernseher mitfiebern, sich einbilden, man sei selbst Zaungast in Stockholm und den ZDF-Kommentar ausmachen, weil man eh alles besser weiß. Aber nein. Der Gruppenzwang und mein Drang zu einem unzivilisierten Leben, Dosenessen und guter Musik machten mir einen Strich durch die Rechnung.

Am 19. Juni 2010 war ich auf einem Festival. Irgendwo im nirgendwo auf einem Kartoffelacker. Da saß ich fest und nörgelte den ganzen Tag, was jetzt gerade ablief. Dass ganz Stockholm ein großes Fest feiert. Und das ich zwischen Ravioli-Dosen und Dixi-Klos versauerte.

Aber die nächste Hochzeit, Kate und William, die guck ich. Komme was wolle. (Charleen und Albert sind mir etwas egal, komische Zirkus-Prinzen) Ein Traum einer Hochzeit, das werde ich um Himmels Willen nicht verpassen. Niemals. Und dann das.

Am 29. April 2010 werde ich auf einer mittelalterlichen Burg gefangen sein und Kinder im Alter von 11 bis 19 Jahren bespaßen. Und glücklich dabei aussehen. Und vor Motivation überkochen. Und einen ach so wahnsinnig tollen Ausflug unternehmen. In your ass.

In your ass. Weinen werde ich, nichts als weinen. Bitterlich. Den ganzen Tag. In der Gewissheit, nicht so schnell eine königliche Hochzeit wieder serviert zu bekommen. Ich gehe nämlich nciht davon aus, dass in den nächsten 20 Jahren ein Kind der jetzigen Kronprinzen heiratet. Und noch weniger gehe ich davon aus, dass irgendein Königshaus die nächsten 20 Jahre unbeschadet überlebt.

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