Überschriften werden überbewertet.

Mir begegnen zu viele Klischees. So viele, dass ich inzwischen nicht mehr an die Existenz von Klischees glaube. Denn wenn das alles wirklich stimmt, dann ist das alles ja auch schon Wirklichkeit.

Auf einer Party unterhalte ich mich mit C in gelber Ballon-Leinen-Hose und Batik-Tuch über die Vor- und Nachteile von Gleisbelagerungen beim Castor-Transport.

In einer Jugendbildungsstätte laufen Männer mit blau-rot-wildgemusterten Fleecepullis, Strohhut und barfuß durch den Essenssaal.

Bei einem Spaziergang begegnet man einer typischen „Öko-Natur-erleben-Gruppe“, die ein Gruppenfoto machen will. Und als Aufforderung von der Öko-Anführerin kommt: „Versucht mal, euch in die Natur zu integrieren.“ Schon lugt der Erste frech hinter einem Baum hervor, ein anderer macht es sich auf einem Stein gemütlich und noch jemand riecht an einer Frühlingsblüte.

In der Uni kennt der Professor nichts als phonologische Regeln und läuft das ganze Jahr über in Baseball-Kappe rum. Im Winter wird sie mit Moonboots kombiniert.

Also nein, Klischees gibt es nicht. Das ist die Wahrheit, Freunde. Ich hab es oft genug erlebt. Und außerdem bediene ich selbst genügend Klischees. Bei Reclam-Büchern tanzt mein Herz und vor Bällen habe ich Angst. Auch vor Softbällen.

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