Ich bin das Klischee.

Manchmal habe ich das Gefühl, ein schlechter Serienschreiber würde das Drehbuch für mein Leben schreiben. So einer, der alle Klischees auspackt. So einer, der nicht mehr kreativität hat, als die Bonzenserie in Düsseldorf drehen zu lassen oder eine amerikanische Pastorenfamilie in der schönsten Idylle mit 7 Kindern und einem weißen Hund wohnen zu lassen.

Dann ist man auf einer WG-Party und redet mit einem Castro-Gegner in gelber Ballonhose, Leinenhemd und grünem Halstuch. Man diskutiert über die Vor- und Nachteile von Gleisbelagerungen. Er erklärt mir, warum er sich diesmal nicht auf die Gleisen gelegt hat. Weil er am nächsten Tag pünktlich zur Arbeit musste.

Dann sitzt man in der Mensa und freut sich über eine warme Mahlzeit, die nicht aus Nudeln und Tomatensauce besteht. Fisch zum Beispiel. Als ob ich mir selbst Fisch kaufen und machen würden, so als Student.

Dann trifft man ein Mädchen, das für Essen arbeitet. Nicht für Geld, sondern für Bio-Ernteerträge. Und im Winter gibts kein Käse, weil da die Ziegen schwanger sind. Und mit ihrem Biobauernfreund wohnt sie in einem Haus am See, ohne Strom und fließend Wasser.

Und dann stellt man sich den Wecker auf 13.00 Uhr. Damit man seinen Zug nicht verpasst. Irgendwann werden wir doch alle das Klischee, das wir nie sein wollten.

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