Zukunftskummer

Eigentlich ist mir klar, dass ich berufsmäßig keine Ahnung habe, wohin es mich verschlagen soll. Gerne in die Literatur, gerne Museum, gerne journalistisch, gerne kulturvermittelnd, am liebsten im Ausland. Wenn möglich alles gleichzeitig. Man sieht, ich habe keine Ahnung.

Und jetzt arbeite ich neuerdings in einem so schönen Café – deswegen die Nicht-Bloggerei – und habe mich eben in der Dusche gefragt, warum ich eigentlich so hehre Ziele habe. Im Café ist es doch so schön. Man sieht jeden Tag andere Menschen, macht sie jeden Tag mit Kaffee und Kuchen glücklich und ist einfach nett und freundlich, serviert, räumt ab und kümmert sich um nicht viel mehr. Das ist doch ein Traum. Hirn fast aus, soziale Kompetenz an und schön lächeln. Smalltalk führen. Fertig.

Warum, um Himmels Willen, ist da doch dieses Fünkchen Ehrgeiz in mir, das sagt, dass ich demnächst wieder ins Ausland gehen und viel erleben muss? Warum ist da diese Umtriebigkeit, die sagt, dass es mir nach 3 Jahren in dieser tollen Stadt zu langweilig wird? Warum ist da diese langweilige Spießigkeit in mir, die es faszinierend findet, wenn der Professor so viel über ein Gedicht weiß, dass er damit die ganze Welt erklären könnte? Woher der Zwang, intellektuell ausgelast, latent gelangweilt und stetig auf die Uhr guckend in dunklen, verstaubten, kommunikationslosen Bibliotheken zu sitzen?
Warum, warum, warum kann ich nicht einfach nur mein ganzes Leben in einem Café, Obstladen oder Kiosk arbeiten? Und dabei zufrieden und glücklich sein.

Wehe dem, der mir das ganze Streben eingebrockt hat.

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