Hallo Amerika!

Hallo lieber Mensch, der du in den USA sitzt und meinen Blog fleißig liest! Wegen dir fühle ich mich international und weltmännisch. Lass dir das gesagt sein!

p.s.: Und falls du, wie mein Vater vermutete, Thomas Gottschalk bist (oder irgendwas mit ihm zu tun hast): Ich suche noch einen Mäzen für… mein gesamtes Leben. Eigentlich.

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Ich –

Master of eigene Leistungsminderung! Während Professor Dr. Dr. h.c. Ehrendoktor von allen denkbaren Universitäten und Koryphäe in seinem Fach meine Präsentation als „toll“ und „so soll es weitergehen“ betitelt, schäme ich mich, sie ihm überhaupt persönlich vor dem Seminar zu schicken und leite es geschickt ein, Herrn T. diese Aufgabe übernehmen zu lassen.

Selbsteinschätzung, here your are!

Halt die Fresse, krieg ein Kind*

Ein Gespräch zwischen einem befreundetetn Menschen und mir. Die Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz beschäftigt uns schon seit längerer Zeit. Hier also ein Auszug aus der Episode „Warum beschränken wir uns nicht auf Reproduktion und Nahrungsaufnahme?“. I steht für ich und C steht für C. C befindet sich gerade in intensiver Hausarbeitsschreiberei und zweifelt beiweilen an dem Sinn ihres akademischen Strebens. Richtig. Das ist die gleiche Person, die Obstverkäuferin werden möchte.

C: ich hatte eben wieder kurz einen ultimativen flash
WIE konnte sich der mensch bloß so weit entwiclen?
vom sammler und jäger
zu einem wesen, dass codifizierte zeicen in ein stück plastik tippt um eine bewertung an einer institution zu erhlaten, die für menschen mit einem gewissen intelligenzgrad geschaffen ist
I: WARUM macht er das?
es ist ja ales ein spiel
C: zu dingen, die andere menschen vor 200 jahren mit tinte auf ein stück baum, der zu papier wurde, niederschrieben
I: er braucht diese institution nicht
C: um andere menschen zu unterhalten
mal ganz ehrlich
WAS ein scheiß
ich sollte besser mein überleben sicher und meine nachfahren
und einfach den ganzen tag essen kochen udn kinder zeugen
und gebären und großziehen
I: haha
leg los, ich werde die patentane, mit der man dann für die evoultion unnnätige dinge tun kann
C: ja das ist doch meine wahre funktion in der welt
I: ja, alles andere ist beschäftigungtherapie
C: nein die institution patentante ist rfunden
die gibts nicht
I: ja, aber ich wollte deine kinder ein bisschen damit vergnügen
was sollen deine kinder den ganzen tag mache?!
vor ihrer geschlechtsreife sind sie sinnlos
C: ja mehr kindr zeugen!
I: ja, aber VOR der geschlechtsreife
was machen sie 12-14 jahre lang?!
C: puh vielleicht beim zerlegen der jagd helfen?
und mit steinen spielen
I: deswegen wollte ich ja einspringen
als patentante, die die kinder von der evoultion ablenkt
und die spielst einfach weiter dein sinnvolles leben mit kindergebären und essen machen
möchtest du in einem reservat leben?
C: ich denke, das würde mir genügen
naja fürs häuser bauen hab ich ja sogar verständnis
das hat ja einen sinn..schutz, wärme usw
naja gut, ich tippe weiter in mein stück plastik
I:mach das!
ich werde bald anderen menschen getrocknete bohnen in form eines heißgetraänkes servieren
C: die bezahlen dafür mit metallstücken oder papier

* Oha, und schon wieder ein Liedtext als Überschrift.

Weil die Zeit sich so beeilt*

Weil die Zeit sich so beeilt, bin ich ab heute im 6. Semester. 6. Semester Bachelor, Germanistik und Ethnologie. Was heißt das für mich und meine Umwelt?
Für mich heißt das kurzfristig Prüfungs- und Bachelorarbeitsstress. Seminarfreie Semesterwochen und lerngefüllte Bibliothekstage. Aber das ist nicht das Problem, das ist eigentlich nur der letzte Schutz vor dem neuen Leben. Welches nicht in meiner kleinen Studentbude in der Stadt, die ich mit alle ihren merkwürdigen Marotten und den vielen hässlichen Nachkriegsbauten so liebengelernt habe, stattfinden wird. Der letzte Schutz davor, dass es im Oktober woanders hingeht – unklar wohin, unklar warum. Unklar, warum man mich nach 3 Jahren wieder lossschickt, Neues zu suchen und Altes zu vermissen. Viel unklarer, warum sich diese 3 Jahre angefühlt haben wie 3 Monate. Kaum war ich angekommen und hatte die erste lange Reise im Norden verdaut, drängten sich Gedanken an das Ende des Studium auf. Das Ende des Studiums. Wie kann das sein, dass ich im September „fertig studiert“ habe. Wie kann das sein, wer hat sich das ausgedacht und vor allem: warum wurde ich da mit reingezoen?
Ich möchte und kann nicht fertig sein. Auch wenn sich das Mensa-Essen inzwischen mehrmals wiederholt hat, bin ich noch mit ganzem Herz und Hirn Studentin. Ich möchte nicht ernsthaft werden. Ich möchte nicht langsam entscheiden müssen, wo ich denn jetzt lebe und was ich denn jetzt dort mache. Ich fühle mich nicht wohl dabei, wenn ich Menschen keine Antwort auf ihre „Und was machst du dann?“-Fragen geben kann. Aber ich fühle mich auch nicht schuldig deswegen. Denn mein Herz tanzt nach Magistermusik, nicht nach Bachelor-und-Master-Beat. Glücklich würde es, wenn es nun im 6.Semester so langsam die Zwischenprüfung angehen dürfte. Langsam, gemächlich und sachte. Zwischenprüfung und weiter studieren in dieser Stadt. Hier heimisch werden und richtig, nicht nur vorsätzlich warm werden mit der Mentalität in dieser Stadt. Sagen können, dass man hier lebt, nicht nur wohnt. Das wäre was. Stattdessen muss man offiziell über Aufbewahrungsmöglichkeit für die eigenen Möbel nachdenken. Redet über Mietwagen und Umzugspläne, surreal. Abstrakt. Der Oktober 2012 ist ein abstrakter Monat. Er wird bald existieren und das Fatale ist, dass ich nicht weiß, welche Rolle ich darin spielen werde. Im Oktober 2012.

To whom i may concern: Bitte gib mir eine Ahnung, nur eine klitzekleine Ahnung von meinem zukünftigen Leben.
*Und liebe Zeit: Mach langsam, ich möchte nicht mehr kopflos hinterher rennen!