Universum, Engel, Gott?

Erst denkt man: Ich hatte großes Pech. Nachts um vier in einer guten Gegend Deutschlands. Da war es großes Pech, dass ausgerechnet ich den Griff zwischen die Beine bekam und ausgerechnet ich nachts um Hilfe schreien musste. Wir dachten alle, ich hatte großes Pech und wäre lieber mit dem Fahrrad gefahren.

Jetzt weiß man: Ich hatte großes Glück und ein Fahrrad hätte nichts gebracht. Nachts um vier in dieser guten Gegend Deutschlands sind nämlich bereits viel schlimmere Dinge passiert als das mit den Händen, die zu schnell und zu fest und zu intim an mir landeten. Denn: ich bin nicht allein, ich war nicht die Einzige. Und doch bin ich die Einzige. Die nämlich, die ein normales Leben führen kann. Die, bei der es nur der Griff war und dann war Schluss. Ich hatte so unbeschreiblich großes Glück, dass ich nicht weiß, wem ich zuerst danken soll. Meinem „Mut zu schreien“? Dem Universum, das mir in dieser Nacht doch wohlgesonnen war? Dem Schutzengel, der alles gesehen hat und im richtigen Moment irgendetwas auf die Erde schickte, das ihn wegrennen ließ? Dem lieben Gott, der Gebete erhört und einen anderen Plan für mein Leben hat?

Da ich seit gestern weiß, wovor mich Universum, Engel oder Gott beschützt haben, weiß ich nicht mehr, was ich mit diesem Wissen anstellen soll. Denn eigentlich ist ja alles wie vorgestern. Ich bin glimpflich davon gekommen und vorsichtiger geworden. Aber andererseits: Muss ich mich irgendwie revanchieren? Wenn ja, bei wem? Und wie?

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