Yiha!

Bald tauchen Texte von mir bei Youtube, Facebook und Google auf, und das an erster Stelle. Im Auftrag meines Arbeitgebers und in Zusammenarbeit mit Google, the Giant.

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Ach, Helene!

Wir ich vor drei Jahren noch den Menschen erklären musste, wer Helene Fischer ist und warum ich genau ihr einen Brief schreiben muss. Für meinen Opa, für seinen Geburtstag, damit er sie live sehen kann, obwohl wir keine Karten mehr bekommen haben. Und wie fragend die Blicke waren, als ich schließlich erzählte, wie sehr sich ihre Mitarbeiterin für „den süßen Brief“ bedankt hat. Da dachten alle, ich solle mich nicht so freuen über einen Antwort von einem durchschnittlichen Schlagermädchen. Denn da war Helene noch nicht bei uns angekommen! Da war es nur mein Opa, der Trendsetter, der von Helenes Zauber wusste. Wie die Augen erstrahlten, als er sie in der Hitparade sah… und wie vehement er sie vor uns Enkeln verteidigte!

Und jetzt? Ich sitze in meinem Zimmerchen und höre Helene. Shame. Oh, the shame! Aber ich kann nichts dafür, ich habe einfach Bock drauf. Shit.
Hier ein Video, bei dem ich an nichts anderes denken kann als an als die Freude, die die Zuschauer wohl gehabt haben müssen. Ob sie sich heute noch von diesem schönen Sommerabend erzählen, als Helene „Biene Maja“ sang? Bestimmt.

Zwischenbericht

Jajamensan, viel zu tun und so. Aber hier kommt ein kurzer Bericht zu Studium und vielleicht auch Leben. Oder nur Studium, wir werden sehen.
Im Juni habe ich mich erstmals für diesen Studiengang interessiert und dem Institut eine Email geschrieben. Nach einer zehnminütigen Aufnahmeprüfung per Telefon (!) hatte ich schließlich, ohne Bürokratie und unnötige Papiere, meinen Studienplatz. Was ich nicht wusste: Neben mir würden noch genau vier andere genau diesen Master machen. Und, sagen wir es so: Ich studiere nicht gerade in Unter-Hupfingen. Sondern eher in einer großen Stadt, mit viel Prunk und Glanz. Aber das hatten wir ja schon.
Im September kam ich also in die Stadt und schaute mich an meinem neuen Institut um, begutachtete das Hauptgebäude und befand, abgesehen von der fehlenden Mensa, alles für schön, alt und prunkvoll.
Kurz bevor die Uni losging, bekam ich dann eine Email. Ich war noch nicht ordentlich immatrikuliert und somit konnte ich mich nicht online zu Veranstaltungen anmelden. Aber wie ich das von meiner alten Massen-Uni gewohnt war, hoffte ich einfach auf gnädige Professoren und Dozenten in der ersten Vorelsungswoche, die mir im besten Fall einen Platz in ihrem Seminar verschaffen würden. Aber Nein, ich bekam eine Email von der Assistentin der Institutsleitung. Die Institutsleitung würde sich fragen, ob es bei meiner Immatrikulation bleibe und ob ich an ihren Seminaren teilnehmen möchte. Falls ja, sollte ich einfach eine kurze Email schreiben. Und das auch an alle anderen Dozenten, bei denen ich gerne zuhören würde. Auf meine Antwort, dass ich geplant hatte, mich auf eine Warteliste in der ersten Vorlesungswoche setzen zu lassen, kam die Antwort: Als Masterstudentin kriegst du (ja, Du!) schon überall einen Platz. Keine Sorge.

Mein erster Gedanke: Wieso denkt hier jemand an mich? Und wieso denkt hier vor allem jemand für mich? Und warum duzt man mich? Und warum erinnert man sich überhaupt an mich, wo der letzte Kontakt doch schon drei Monate her war?

Jetzt, fast ein Semester später, habe ich ein paar Antworten auf diese Fragen. Die Hauptantwort ist wohl die, dass wir zu fünft sind in meinem Studiengang. 5. Fünf. Fem. 5 Personen, die genau das gleich studieren wie ich. Natürlich gibt es noch andere Masterstudenten, aber die haben andere Schwerpunkte. Und da ich also nun eine von fünf, und nicht mehr eine von 5000 bin, genieße ich gerade Uni 2.0: Professoren, die nicht nur meinen Namen können (obwohl ich davon schon schwerstens beeindruckt war in der zweiten Semesterwoche), sondern auch noch wissen, wo ich arbeite, was ich studiert habe, was ich kann, was ich weiß, wofür ich mich interessiere und wo ich herkomme. Und dass ich Karneval mag. Und dass ich eine Vorliebe für schwedischen Adel habe. Und dass ich der deutschen Romantik nicht abgeneigt bin.
Dozenten, die mich duzen und auch außerhalb der Uni erkennen würden. Und die sich innerhalb weniger Tage um ein Stipendium für mich Schlau machen und alte Freunde anschreiben, damit sie mir Kontakte zu ausländischen Unis herstellen. Jetzt schon, für meine Masterarbeit, die in einem Jahr erst beginnt.
Ich könnte ewig weiterreden über diesen Pamper-Studiengang, mit seinen 6-Mann-Seminaren und Sprachkursen mit Gruppenarbeit soweit das Auge reicht. Aber nun muss ich mich leider auf eine Sprechstudne morgen vorbereiten. Dort werde ich so einiges bereden, aber wohl vor allem meine nächste Hausarbeit und die Sache mit der Masterarbeit. Und das beste daran: Während ich mich im Bachelor noch in eine Liste eintragen musste, die im Vier-Minuten-Takt die Zeit mit de Professor berechnet hat, fragte ich meine Professorin heute, wie ich mich für ihre Sprechstunde anmelden kann. Die Antwort: Ein verdutztes Gesicht und „Ich musste noch nie jemanden wegschicken.“. Adieu, stundenlanges Bodensitzen vor verschlossenen, anonymen Professorentüren!