Half a year away

Fast ein halbes Jahr ohne Jugendarbeit – es fühlt sich an wie ein ganzes Leben. Offiziell bin ich einen Monat raus, habe aber seit Oktober nicht mehr wirklich was gemacht. Wegen Umzug, Uni und Arbeit.  Es passiert so viel in so kurzer Zeit! Da etablieren sich ganz neue Strukturen, neue Freundschaften, Witze, Regeln, neue Kommunikation, neue Insider, von denen ich jetzt schon nichts mehr verstehe. Das ist gut, das muss so. Aber: mein weinendes Auge hat sich immer noch nicht ganz beruhigt.
Ich bin noch im Email-Verteiler des Leitungsteams, in dem ich so ewig war. Ich bin noch Teil von zwei Whats App-Gruppen, die darüber so viel regeln. Natürlich schweige ich, auch wenn ich so viel Senf dazuzugeben hätte. So gerne würde ich mitreden, auch wenn es nur darum geht, was beim nächsten Treffen gegessen wird. Aber ich weiß natürlich, dass auch ohne mich etwas mehr oder weniger Sinnvolles gegessen wird. Ich weiß natürlich, dass auch ohne mich die nächste Veranstaltung blendend läuft, auch wenn ich mitkriege, dass eine Woche vorher noch kein Zeitplan steht. Und ich weiß natürlich, dass die letzte Konferenz auch ohne mich so schlaue Ergebnisse hervorbrachte, wie wenn ich selbst mit abgestimmt hätte.

Aber ich kann mir den kleinen Kloß im Hals nicht verkneifen. Ich kann nicht bei Facebook einen Post von ihnen liken, ohne mir ein bisschen zu wünschen, es selbst geschrieben zu haben. (Und es vielleicht ein klein bisschen anders formuliert zu haben.)

Dieses ewige Nachtrauern. Es ist vielleicht doch nur das beste Zeichen dafür, dass ich meine gesamte Jugend lang meine Zeit auf beste Weise „verschwendet“ habe. Dass der ganze Matsch unter meinen Fingernägeln und die schlaflosen Nächte so viel goldrichtiger waren als alles, womit ich mich alternativ dazu hätte beschäftigen können. Danke Gott, dass ich das Turnen irgendwann nicht mehr ernstnahm und die Wettkämpfe gegen Wochenendfreizeiten eintauschte! Danke, dass ich ein paar Partys verpasste, weil ich nicht in der Stadt war, sondern in einem Selbstversorgerhaus irgendwo im Wald.
Da kam so viel mehr bei rum.