Rotlichtmilieu.doc

In meinem Lebenslauf steht groß und breit, dass ich sicher „im Umgang mit Word und Excel“ bin. Streng genommen, habe ich von Word keinen blassen Schimmer. Ich kann Buchstaben zu Wörtern zusammensetzen und ein bisschen Rechtsklickfaxen betreiben. Mehr nicht. Und Excel…. HAHAHAHAHA.

Zurück zu Word. Es ist anstrengend, seine Seiten jedes Mal aufs neue einzurichten. Also Zeielanbstand, Blocksatz, Ränder, Fußnoten und so. Und deswegen wollte ich das einmal eingerichtete Seitenformat einfach mal speichern. Das muss doch gehen! Und ich begab mich auf eine lange Suche nach dem „Speicher jetzt dieses scheiß Format unter dem Namen: Hausarbeiten Germanistik“. Aber es fand sich nicht. Nichts. Klar, ich habe es einfach nciht gecheckt. Aber dafür bin ich anders fündig geworden.

Hurenkinderregelung?! Was sucht die bei Word? Was soll das? Und wenn es ein Beispielwort ist… gab es kein besseres?

p.s.: Hilfe in Sachen Seitenformat speichern wird gerne angenommen. Ja. Ich habe schon gegoogelt. Aber für die Erklärung da bin ich auch zu DUM.

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Von Liebespaaren und Karneval

Es war noch nie so mühselig, 15 Seiten aufs Papier zu bringen. Noch nie. Ich habe zu viel zeit. Vielleicht sollte ich wieder Praktikum machen und dann den ganzen Spaß innerhalb einer Woche erledigen. Hat ja letztes Jahr auch geklappt.

Und über diese zwei Hübschen und darüber, was sie mit Karneval zu tun haben, darf ich unter anderem schreiben. Mätzli Rüerenzumph und Bertschi Triefnas, gelebt im 14. Jahrhundert. Muttersprache: Frühneuhochdeutsch. Interessen: Arsch, Fick, Scheiß und Furz. Kein Scherz.

Ein Narrenhaus, das hier regiert.

Heute schäme ich mich für den deutschen Bundestag. Man kann es ja nicht mal mehr Bundestag nennen, man sollte es Kindergarten nennen. Da rufen“Abgeordnete“ (Abgeordnete! Gewählte, von manchen Menschen ERNSTgenommene Leute) „Heul doch“ in den Raum.

Aber auch vorher habe ich mich schon geschämt. Dass man eine Dissertation mit falschen Fußnoten als TAGESORDNUNGSPUNKT im PARLAMENT behandeln muss! In Berlin scheint die Kreativität und Realitätsnähe langsam, aber sicher verlorgen zu gehen. Als würde hier nichts wichtigeres passieren.

Herr, lass Hirn regnen!

Psychologie. 1. Teil

Facebook ist eine interessante Welt. Nich nur, wenn ich gerade besseres zu tun habe (nehmen wir an, ich hätte gerade vier Hausarbeiten zu schreiben). Nein, auch so. Da tummelt sich alles. Von Kindergartenfreundinnen bis WG-Nachbarn über Partybekanntschaften und Bib-Sitznachbarn. Alles, was Gott je erschuf, findet sich bei Facebook. Außer diese Menschen, die ihre Jugend noch ohne soziale Netzwerke organisiert kriegen mussten.

Und jeder kann nach seiner Facon alles posten, wozu er oder sie lustig ist. Alles, in jeder Weise und in jedem Schreibstil und in einem Maße an Relevanz, wie es einem jeden beliebt. Das ist faszinierend. Normalerweise würde ich zum Beispiel nie wieder die Gedanken meiner Kinderfreundin hören. Nie wieder. Und dann kommt Facebook und meine natürliche Sensationsgeilheit wird jeden Tag aufs neue befriedigt. Denn fast jeder hat irgendwann einmal das große Bedürfnis, seine Gedanken in Facebook-Posts zu verwandeln und seine 854 Freunde damit zu konfrontieren, was, zum Beispiel, in dem Kopf einer Erasmus-Studentin abgeht. Manchmal nicht sehr viel, aber das ist ein anderes Thema.

So kommen dann diese wunderbaren Posts, über die ich gerne forschen würde. Menschenforscher müsste man sein, pflegt eine weise Frau namens C öfter zu sagen. Ja, Menschenforscher mit Facebook-Spezialisierung wäre ich dann gerne. Hier also meine erste Studie, ich nenne sie „Über das Statusmeldungsverhalten junger digital natives in Zeiten innere und äußerer poltischer Unruhen – eine Typisierung“.

Die Pragmatisch-sehnsüchtige: „so jetzt erstmal zum pferd… dann duschen und daaaaannn… weggehen mit den BESTEN….. LIEB EUCH“ Diese Statusmeldung zeichnet sich dadurch aus, dass zunächst nur Fakten genannt werden. Was mache ich gleich? Was mache ich danach? Und was mache ich danach? Gesalzen mit einer Prise „nur meine Freund sind die besten und das sage ich ihnen per Facebook fünf mal am Tag, aber auch NUR über Facebbok“. und alles wird auf biegen und brechen kleingeschrieben und ein satz endet nicht nur mit einem punkt…

Der Youtube-Tipser: „Grade cooles Video entdeckt. Homer über alles! [es folgt ein Video aus den besten Homer Simpsons-Zitaten]“ . Ein lustiger, netter Junge, der sich auf Youtube bestens auskennt. Diese Art Statusmeldung kommt etwa alle zwei Tage. Man will es ja nicht übertreiben. Aber trotzdem muss man den Freunden irgendwie mitteilen, dass man weiß, was grade geht. So videomäßig. Im Vergleich zum ersten typ nervt diese Meldung nicht, man freut sic sogar manchmal über ein lustiges Video.

Der/die „immer-wieder-aufs-neue-etwas-Feststeller“: „Vergesse immer wieder, dass Brillenkauf ziemlich teuer ist.“ Dieser Typ ist jedes Mal latent uninteressant und rafft es nicht. Er stellt nämlich jeden Tag etwas fest. Heute Brillenkauf, morgen Spargelsuppe. Immer und überall gibt es etwas neues festzustellen. Andere müssen wissen, dass man das auch sicher feststellt. Irgendwo ist nämlcih immer etwas faul und das gehört verbreitet.

Die/der Geheimnisvolle: „Morgen wird ein schöner Tag ♥“ Dieser Staz würde mich überhaupt nicht interessieren, wenn da nicht dieses SCHEIß Reinkopierherz wäre. Ja, jetzt muss ich natürlich rausfinden, mit wem der/die gerade anbandelt. Und dass dieser Jemand ungefähr alle zwei Stunden einen geheimnisvollen Satz mit Herzchen postet, macht es nicht besser.

Die Poetische: „Where knowledge took my hand.“ Ein Zitat aus einem mehr oder weniger bekannten Lied, aber nicht der Refrain. OH MEIN GOTT! Nicht der Refrain. Das wäre zu mainstream. Schön gepflegt postet man etwa alle 10 Tage eine Passage aus einem guten Lied. Vielleicht ein altes von Janis Joplin. Vielleicht etwas von einem Newcomer. Aber niemals, um Gottes Willen, niemals etwas aus den Charts.

Die/der DUME: „WENN DIR DAS LEBEN ZITRONE BIETET; FRAG NACH SALZ ND TEQUILA 😀 😀 😀 :))))))“ Der/die DUME denkt, der SPruch ist neu. Er/sie denkt auch, dass der Spruch lustig ist. Und individuelle. Und dass der ab jetzt sein/ihr Lebensmotto ist. Und das Lebensmotto könnte sich nächste Woche in „DER FRÜHE VOGEL KANN MICH MAL 😀 😀 :)))) 😀 ;)“ ändern. Man weiß da nie. Abstand halten empfiehlt sich.

Der Uppdater: „Hans Bernd Müller ist gerade hier: Ristorante da Giovanni“ Hans Bernd hat jetzt auch ein iPhone. Hans Bernd ist nicht gerade kreativ. Hans Bernd ist gerade beim Italiener. Und Hans Bernd ist langweilig. Kombiniere diese Eigentschaften und schon hast du Hans Bernds letzten, vorletzten und nächsten Post.

Der/die möchtegern Politische: „Alter Schwede! Wie kann man als Minister so einen scheiß verzapfen und dann vom ganzen Volk ernstgenommen werden? Ohne Worte :/“ Er/sie erwartet nun hunderte KOmmentare auf seinen Post. Und dann soll eine Riesendiskussion entfachen. Die Menschen sollen sich ihre Meinungen um die Ohren hauen und am Ende, ja am Ende hat trotzdem er/sie recht.

Herrje, ich könnte ewig weitermachen. Aber jetzt ist mal gut. Nächstes mal dann. Da wären noch „Der Musiker“, „Der Work and Traveler“, „Das schöne Mädchen“ und viele mehr.

Wie die Wassermelone nach Italien kam.

Irgendwann, als ich noch zahnlückig täglich in die Dorfgrundschule spazierte, hatte unsere Lehrerin einen ganz grandiosen Einfall. So grandios, dass sie sich selbst dafür wahrscheinlich die Ehrendoktorwürde geben würde. Und ich gehe fest davon aus, dass auch heute noch Lehrer mit dieser Überzeugung ihrer Genialität mit geschwellter Brust durch ihre Landen hüpfen, wenn sie eine Projektwoche zum Thema „Länder Europas“ gestartet haben.

Jedes Kind sollte ein Land vorstellen. Was ich hatte, weiß ich nun überhaupt nicht mehr. Es war wohl nicht der Erinnerung wert. Aber ich weiß noch ganz genau, welches Land L damals vorstellen durfte. Italien. Italien, weil sie dort ein Ferienhaus hat und immer, auch über die Feiertag, dort war. Immer Italien. Italien. Italien. L musste nun Italien vorstellen. Und tat dies und wusste alles und konnte sogar Hallo auf Italienisch und wusste sogar, was Rom sonst noch kann als Hauptstadt zu sein. Alles wusste sie. Auch die Farben der Flagge. Und das wurde mir zu einem lebennslangen Verhägnis.

L nahm zu ihrer Präsentation auch eine Wassermelone mit. Eine aufgeschnittene solche und erklärte anhand dieser aufgeschnittenen, saftigen Wassermelone die Farben der Flagge Italiens. Grün-weiß-rot. Grün wie die Schale der Wassermelone. Weiß wie dieses Zwischending. Rot wie das Fruchtfleisch.

Ihre Handbewegung und ihre Worte schwirren mir nun seit 15 Jahren im Kopf herum. Ich kriege diese Bild, wie L da sitzt mit ihrer Wassermelone und ihrer alles überstrahlenden Altklugheit über die Parallelen zwischen Wassermelone und Flagge nciht mehr aus dem Kopf. Gebrandmarkt bin ich mit Wassermelone und Flagge.

L, an dich: Einerseits Danke, dass ich für mein ganzes Leben nicht vergessen werden, wie die Reihenfolge der italienischen Flagge ist.

Aber andererseits. AH! Ich kann nicht in Ruhe Wassermelone essen, ohne an Italien zu denken. Und an meine Grundschule. Ich kann nciht einfach nur eine Wassermelone aufschneiden und sagen: „Oh lecker, Wassermelone.“ Ich muss immer an Italien denken. Auch nach dem Halbfinale 2006. Da war es durchaus schmerzlich, Wassermelone zu essen. Vielleicht vermied ich es auch in diesem Sommer.

Ich kann auch nicht ohne weiteres ein Fußball-Länderspiel sehen, ohne an Wassermelone zu denken. Unweigerlich erscheint in meinem Kopf das Bild von L auf ihrem Grundschulstuhl, die Wassermelone haltend und den Vergleich zur Flagge ziehend. Im Winter, an einem grauen Februar-Tag muss ich dann an Wassermelone denken, weil Deutschland gestern gegen Italien spielte. Unentschieden. Aber das ist ein anderes Thema.

ALso L. Du siehst nun, was du angerichtet hast.

Wassermelone und Italien werden für immer einen besonderen Platz in meinem Gehirn haben. Es ist schrecklich.

p.s.: Ich habe es vermieden, ein Bild der Flagge einzufügen. WM 2006 und so. Die Wassermelone ist anschaulich genug. Und liebe Lehrerin, das war eine ganz furchtbare Idee mit dieser Projektwoche.

Eine gute Idee

Es war eine gute Idee, diesen Tag zu einem Herbert-Grönemeyer-Tag zu machen. Es war eine gute Idee, zwischen all den Büchern, Texten, Schreibereien eine halbe Stunde Herbert Grönemeyer zu widmen.

Es war eine gute Idee. Hier scheint nun ein bisschen die Sonne.

Sturm

Jedes Semester das gleiche. Man sitzt plötzlich da, nach allen Klausuren, nach allen Referaten, in der letzten Vorlesungswoche. Man sitzt und weiß nichts mit sich anzufangen. Der Tag ist plötzlich so lang. Der Tag hat plötzlich wirklcih 24 Stunden. Jede einzelne davon kriegt man mit. Das schlechte Gewissen hält den Mund, es plagt einen nicht mit selbszerfressenden Gedanken.

Es ist die Ruhe nach dem Sturm.

Und dann kommt schon wieder der nächste Sturm. Man bereitet sich schon auf die nächste Zeit hinter tausend Büchern vor. Wahlweise auf eine Zeit mit dem plagendsten Gewissen, das einem zum Fertigstellen von 3 Hausarbeiten treiben muss.

Was mich bewegte.

Irgendwann mit 4 Jahren habe ich mal Arielle-die Meerjungfrau geguckt. Und es war immer alles ganz normal… bis… ja, bis da mal eine Konservendose ins Meer fiel. Und das hatte auch noch irgendwas mit dem gelben Fisch zu tun, aber ich weiß auch nicht mehr was. Denn meine Aufmerksamkeit galt nur noch dieser Konservendose, die urplötzlich ins Meer fiel. Alt, vergammelt, grau. Und das Etikett war noch dran. Auf diesem Etikett befand sich ein Bild der Konservendose und aud dem Bild der Konsernvendose befand sich auch ein Etikett mit dem Abbild der Dose und da dann wieder und wieder und wieder. Und AH!

It blew my mind!!

Mein Leben war nicht mehr wie vorher.

Ich habe viel über dieses Etikett nachgedacht. Über die Unendlichkeit und wieviele Dosen und Etiketten nun letztendlich auf dieser einen Konservendose waren. UNENDLICH VIELE! Viel zu viele! Das macht mir immernoch zu schaffen.

Manchmal, wenn ich jetzt etwas sehe, dass sich selbst abbildet, muss ich an Arielle denken. Und an diese Dose mit dem Etikett mit der Dose.

Die Unendlichkeit macht mir zu schaffen.